
Artikel aus Cinearte:
cinearte_218.pdf
im Rahmen des Filmfestes in der Black Box des Gasteigs
IDS-Panel: Wiederholungshonorverträge für Schauspieler - Auftrag und Verpflichtung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten!
Filme und Beiträge, die von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten produziert werden, werden von diesen meistens über viele Jahre hinweg wiederholt.
Für die Darsteller eine lohnende Sache, oder etwa nicht?
Bisher wurden an die Darsteller für jede Ausstrahlung Wiederholungshonorare gezahlt. Das bedeutete: je mehr die Produktion gezeigt wurde, desto mehr Geld für den Darsteller. Eine faire Sache, denn das Produkt an dessem Erfolg der Schauspieler mitgewirkt hat, lohnt sich für die Sendeanstalten.
Zunehmend geht die Tendenz jedoch dahin, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten ein Pauschalhonorar bieten und jede Wiederholung des Beitrags damit bereits abgegolten ist.
Viele Darsteller sind auf die finanzielle und soziale Absicherung durch die wiederkehrenden Einnahmen aufgrund der mehrmaligen Verwertung ihrer Leistungen angewiesen. Können diese regelmäßigen Einnahmen durch ein Buy-Out-Honorar kompensiert werden? Wie erfolgreich eine Produktion sein wird, lässt sich im Vorhinein schwer einschätzen. Wird der (An-)Spruch Leistung soll sich lohnen durch diese Art der Vergütung nicht ad absurdum geführt? Und haben die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht die Verantwortung im Rahmen ihres Sendeauftrages für eine angemessene Vergütung der Darsteller zu sorgen? Für die Schauspieler geht es hier nicht um Prinzipien sondern um die Sicherung ihres Lebensunterhalts. Wiederholungshonorare stellen kein Risiko dar, sondern bieten im Erfolgsfall für beide Seiten eine faire Lösung.
Vertreter der Sendeanstalten und der Politik werden diese für Schauspieler hoch aktuelle und brisante Thema auf Einladung des Interessenverbandes Deutscher Schauspieler (IDS) am Sonntag 27.06.2010, 14.30 - 16.30h in der Black Box des Gasteig-Theaters diskutieren. Zugesagt haben ihre Teilnahme: Agnes Krumwiede MdB, Obfrau der Grünen im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, Bettina Reitz, Leiterin des Programmbereichs Spielfilm/Serie im Bayerischen Rundfunk, Eberhard Sinner MdL, Medienpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Reiner Deutschmann MdB, Obmann der FDP im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, Isabell Zacharias MdL, stellvertr. Vorsitzende im Ausschuss Hochschule, Forschung und Kultur.